Informationen zum Coronavirus

 

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten, liebe Angehörige,
wir nehmen Ihre zusätzlichen Sorgen um Ihre Angehörigen und um sich selbst in dieser Zeit ernst.
Daher ist es uns ein großes Anliegen, das Risiko einer Ausbreitung oder einer Ansteckung durch das Coronavirus (SARS-CoV-2, COVID-19) während Ihres Aufenthaltes in unserer Praxis für sich und alle anderen so gering wie möglich zu halten.

Wir bitten Sie daher ausdrücklich, folgende Maßnahmen einzuhalten:

  • Betreten Sie bei Fieber und/oder Husten/Atemwegsbeschwerden niemals die Praxis ohne vorherige Absprache.
  • Betreten Sie die Praxis niemals ohne vorherige Absprache falls Sie (innerhalb der letzten 14 Tage) direkten Kontakt zu einer Person mit nachgewiesener Coronavirus-Infektion hatten.
  • Desinfizieren Sie vor jedem Betreten der Praxis gründlich Ihre Hände – dies gilt auch, wenn Sie Einmal-Handschuhe tragen, diese müssen auch desinfiziert werden.
  • Wiederholen Sie bei längeren Aufenthalten die Händedesinfektion, insbesondere nach jedem Toilettengang.
  • Wenn möglich, halten Sie bitte 1,5 m Abstand zu anderen Patienten und den Mitarbeitern der HOPA.
  • Treten Sie dazu einzeln in die Praxis ein und positionieren Sie sich am Tresen bitte mittig vor den Schutzscheiben.
  • Tragen Sie, wenn vorhanden, während Ihres Besuches in der Praxis einen Mundschutz (chirurgischer Mundschutz, andere auch selbst hergestellte Masken, FFP-Maske). Auch wenn ein einfacher Mund-Nasen-Schutz keinen wesentlichen Eigenschutz bietet, wird die Verbreitung durch Tröpfcheninfektion insgesamt vermindert.
  • Aufgrund der weltweit extremen Knappheit von Schutzmaterial (insbesondere Atemschutzmasken) können wir Sie bislang nicht mit Schutzmasken ausstatten. Wir versuchen fortlaufend und auch weiterhin mit Hochdruck an Masken zu kommen, haben aber bislang keine ausreichende Lieferung erhalten.

Die Behandlung der Patienten, die sich bereits unter einer laufenden Therapie befinden, ist ohne Einschränkungen sichergestellt und wird ohne Verzug in der Praxis oder der Tagesklinik weitergeführt.

Neu-Patienten, die eventuell einer solchen Therapie bedürfen, melden sich weiterhin zunächst telefonisch an und werden dann in fachlich geeigneter Weise in die Sprechstunde und ggf. Therapie aufgenommen. Solche Patienten hingegen, die derzeit keiner Therapie bedürfen und gelegentlich eine Verlaufsdiagnostik benötigen, oder bei denen eine zeitlich unkritische Abklärungsdiagnostik zu einem späteren Zeitpunkt genauso gut erfolgen kann, werden ggf. erst zu einem späteren Zeitpunkt gesehen.

Dabei kann es erforderlich sein, dass bereits mit Ihnen vereinbarte Termine hierzu durch den behandelnden Arzt individuell verschoben werden.

In diesem Fall erhalten Sie dann von uns einen Telefonanruf und bitten hierfür um Verständnis. Bitte beschränken Sie telefonische Rückfragen auf das unbedingt erforderliche Maß, damit unsere Handlungsfähigkeit auf diesem Weg nicht eingeschränkt wird.

Wir bitten Sie um Verständnis und ausdrücklich um Ihre Mithilfe, um das Risiko für Sie, Ihre Mitpatienten und für die Mitarbeiter der HOPA, so gering wie möglich zu halten.

Herzlichen Dank!
Wir möchten mit vereinten Kräften gemeinsam mit Ihrer Hilfe gut durch diese schwierige Zeit kommen!

Ihr Team der HOPA

Coronavirus: Das müssen Krebspatienten wissen
Ansteckungsgefahr und Maßnahmen zum Schutz

In Deutschland breitet sich der Corona-Virus (SARS-CoV-2) weiter aus. Insbesondere Krebspatienten sollten zu ihrem Schutz entsprechende Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen beachten – vor allem, wenn ihr Immunsystem geschwächt ist. Seit Dezember 2019 verbreitet sich das neu entstandene Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren. Menschen können sich bei anderen Menschen über eine Tröpfcheninfektion damit anstecken. Eine Impfung gegen das Virus gibt es bislang nicht. Bei Infizierten kann SARS-CoV-2 die Atemwegserkrankung COVID-19 auslösen. Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefahr für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung insgesamt als hoch ein. Regional kann es Unterschiede geben.
Täglich aktuelle Zahlen: Das Robert-Koch-Institut (RKI) informiert täglich neu zu den aktuellen Zahlen der mit dem Corona-Virus infizierten Menschen in Deutschland.
Hinweis: Aufgrund des Meldeverzug zwischen dem Bekanntwerden von Fällen vor Ort und der Übermittlung an das RKI kann es Abweichungen zu anderen aktuell herausgegebenen Zahlen geben.

Krebspatienten, die eine immunsupprimierende Therapie wie etwa eine Chemotherapie erhalten beziehungsweise aufgrund ihrer Krebserkrankung immunsupprimiert sind, sollten die empfohlene >Hygiene- und Verhaltensempfehlungen< hinsichtlich des Coronavirus SARS-CoV-2 beachten. Dazu gehören unter anderem eine gute Händehygiene sowie der Abstand zu Erkrankten. Experten empfehlen darüber hinaus Menschenansammlungen zu vermeiden, die sozialen Kontakte einzuschränken und Reisen zu reduzieren. Auch eine Isolation kommt zum Schutz infrage. Die genannten Maßnahmen sind für alle Menschen in Deutschland wichtig. Sie sollen vermeiden, dass sich das Virus zu schnell ausbreitet und es beispielsweise zu Engpässen in der Versorgung von Patienten kommt.

Viele Betroffene sind nun sehr verunsichert: Wir wirkt sich das Virus auf die Krebstherapie aus? Gehöre ich überhaupt zur Risikogruppe? Und was muss ich jetzt mit oder nach meiner Krebserkrankung im Alltag beachten? Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums beantwortet in diesem Beitrag häufige Fragen zum Thema “Corona und Krebs”. (https://www.krebsinformationsdienst.de/)

Wie reagieren Krebspatienten auf das Virus?

Derzeit gibt es lediglich Informationen aus Fallberichten, wie Krebspatientinnen und Krebspatienten auf einen Kontakt mit dem Virus reagieren. Es ist davon auszugehen, dass Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist (Immunsuppression), schneller und möglicherweise auch schwerer erkranken als Gesunde. Zudem gelten Menschen im höheren Alter, Raucher, Diabetiker und Bluthochdruck-Patienten als besonders gefährdet.

Bei Krebspatienten kann das Immunsystem aus folgenden Gründen geschwächt sein, darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) hin:
• Erkrankung an einer Leukämie oder einem Lymphom,
• wenig weiße Blutkörperchen im Blut (Leukozytopenie),
• wenig Antikörper im Blut (niedrige Immunglobulinwerte),
• langfristige Einnahme von Medikamenten,
• die das Immunsystem unterdrücken (zum Beispiel Kortison), Transplantation körperfremder Stammzellen oder andere zelluläre Therapien (zum Beispiel eine CAR-T-Zell-Therapie).

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/

Ich bekomme gerade eine medikamentöse Tumortherapie. Bin ich dadurch besonders gefährdet, schwer an COVID-19 zu erkranken?

Experten gehen davon aus, dass Krebspatienten besonders dann ein erhöhtes Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken, wenn sie beispielsweise Krebsmedikamente bekommen, die ihr Immunsystem schwächen. Fachleute sprechen in diesem Fall von “Immunsuppression”. Wichtig zu wissen: Die Immunsuppression ist eine Nebenwirkung von vielen Krebsmedikamenten bei Krebs aber nicht von allen.


“Ich habe Brustkrebs und bekomme seit einem Vierteljahr eine Chemo mit Paclitaxel. Anschließend ist noch eine Chemo mit Epirubicin/Cyclophosphamid geplant. Ich habe große Angst, mich während der ambulanten Chemo-Behandlung anzustecken.”

Manche Medikamente, die zur Chemotherapie eingesetzt werden (Zytostatika), schädigen die Blutbildung im Knochenmark. In der Folge gibt es beispielsweise zu wenige weiße Blutkörperchen, sogenannte Leukozyten. Das schwächt die Abwehr (Immunsuppression) und die Infektionsgefahr steigt. Fachleute sprechen in diesem Fall von “Leukopenie”. Es gibt Zytostatika, die als stark immunsuppressiv gelten, zum Beispiel Cyclophosphamid oder Vinblastin. Und es gibt solche, für die das nicht in demselben Maße zutrifft, etwa die Taxane Paclitaxel und Docetaxel. Ihre Ärzte kontrollieren während einer Chemotherapie regelmäßig Ihr Blutbild und kennen das Nebenwirkungsprofil Ihrer Chemo-Medikamente. Fragen Sie im Zweifel nach, wie sie die Situation einschätzen und ob Sie sich in besonderem Maße vor einer Corona-Ansteckung schützen müssen.

Wichtig zu wissen: Auch die Dosis einer Chemotherapie bestimmt mit, wie stark das Immunsystem geschwächt wird. Insbesondere intensive Chemotherapien, wie sie beispielsweise für Patienten im Rahmen einer Blutstammzelltransplantation und bei akuten Leukämien eingesetzt werden, gefährden die Infektabwehr.


“Ich bin 68 Jahre alt, habe ein follikuläres Non-Hodgkin-Lymphom und bereits 4 Zyklen Chemotherapie mit einer Antikörper-Therapie hinter mir. Jetzt soll ich noch alle zwei Monate eine Erhaltungstherapie mit dem Antikörper Obinutuzumab bekommen. Ich mache mir Sorgen wegen der möglicherweise erhöhten Ansteckungsgefahr.”

Einige Medikamente zielgerichteter Therapien, die Ärzte zur Behandlung von Blutkrebserkrankungen einsetzen, schwächen das Immunsystem. Dazu gehören unter anderem monoklonale Antikörper wie Obinutuzumab. Sie senken die Zahl an Abwehrzellen im Körper. Patienten, die unter einer solchen Therapie stehen, gehören zur Risikogruppe für schwere COVID-19-Verläufe und müssen sich besonders vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen.


“Ich bin 53 Jahre alt und Krebspatientin. Zurzeit erhalte ich Afatinib. Führt das Medikament dazu, dass ich durch eine Infektion mit dem Coronavirus schwer erkranken kann?”

Einige zielgerichtete Medikamente zur Behandlung von Organtumoren (soliden Tumoren) wie Lungenkrebs, gelten als kaum immunsuppressiv. Dazu gehören beispielsweise Afatinib und verwandte Wirkstoffe, die das Weiterleiten von Wachstumssignalen in der Zelle hemmen. Das Fachwort für solche Medikamente lautet Tyrosinkinasehemmer.

Wichtig zu wissen: Andere zielgerichtete Medikamente zur Behandlung solider Tumoren führen hingegen zu einer Abwehrschwäche. Sie erhöhen daher vermutlich das Risiko, schwerer an COVID-19 zu erkranken: Dazu gehören beispielsweise sogenannte CDK4/6-Hemmer wie Palbociclib und Ribociclib, die Ärzte zur Brustkrebstherapie einsetzen.
Quelle: © 2020 Krebsinformationsdienst

Soziale Kontakte reduzieren – Ansteckung verhindern

Krebspatienten, die eine immunsupprimierende Therapie wie etwa eine Chemotherapie erhalten beziehungsweise aufgrund ihrer Krebserkrankung immunsupprimiert sind, sollten die empfohlene Hygiene- und Verhaltensempfehlungen hinsichtlich des Coronavirus SARS-CoV-2 beachten. Dazu gehören unter anderem eine gute Händehygiene sowie der Abstand zu Erkrankten. Experten empfehlen darüber hinaus Menschenansammlungen zu vermeiden, die sozialen Kontakte einzuschränken und Reisen zu reduzieren. Auch eine freiwillige Isolation kommt zum Schutz infrage. Die genannten Maßnahmen sind für alle Menschen in Deutschland wichtig. Sie sollen vermeiden, dass sich das Virus zu schnell ausbreitet und es beispielsweise zu Engpässen in der Versorgung von Patienten kommt. Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/

Soll meine Krebstherapie wegen des Coronavirus verschoben werden?

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Patienten, eine geplante Krebstherapie nicht grundlegend zu verschieben. Der Nutzen der Behandlung überwiegt bei den meisten Patienten, die akut an Krebs erkrankt sind, das Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus.

Bei den meisten, akut an Krebs erkrankten Patienten steht der Nutzen einer wissenschaftlich fundierten Krebstherapie über dem Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Patienten mit einer gut beherrschbaren Krebserkrankung können mit ihren Ärzten darüber sprechen, ob sich die Therapie verschieben lässt.

Ärzte werden bei jedem Patienten den Nutzen der Krebstherapie gegen den möglichen Schaden, etwa Nebenwirkungen, abwägen. Dabei berücksichtigen sie auch das individuelle Erkrankungsrisiko für COVID-19: Das ist bei einzelnen Betroffenen unterschiedlich, abhängig von den Lebensumständen, dem Arbeitsumfeld und den persönlichen Kontakten.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/


“Ich bin an Brustkrebs mit befallenen Lymphknoten erkrankt und soll am Montag die nächste Chemotherapie bekommen. Soll ich die Chemotherapie besser wegen des Coronavirus verschieben?”

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Patienten, eine geplante Krebstherapie nicht grundsätzlich zu verschieben. Ärzte werden bei jedem Patienten den Nutzen der Krebstherapie gegen den möglichen Schaden, etwa Nebenwirkungen, abwägen. Dabei berücksichtigen sie auch das individuelle Erkrankungsrisiko für COVID-19: Das ist bei einzelnen Betroffenen unterschiedlich, abhängig von den Lebensumständen, dem Arbeitsumfeld und den persönlichen Kontakten.

Eine Krebstherapie kann auch helfen: Die DGHO weist darauf hin, dass in den meisten Fällen eine wirksame Behandlung der Krebserkrankung für das Überleben der Patienten wichtiger ist als übertriebene Vorsichtsmaßnahmen im Sinne unnötiger Unterbrechungen oder Verschiebungen der Therapie: Patienten, deren Erkrankung durch eine Krebstherapie kontrolliert ist, erleiden meistens weniger Infektionen als Patienten, die nicht wirksam behandelt sind.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/

Welche Krebspatienten sind durch Coronaviren besonders gefährdet und gehörten zur Risikogruppe?

Leider gibt es derzeit nur wenige Erkenntnisse dazu, wie Krebspatientinnen und Krebspatienten auf einen Kontakt mit dem Coronavirus reagieren. Auch kann sich die individuelle Situation, in der sich Krebspatientinnen und -patienten befinden, deutlich voneinander unterscheiden. Besondere Risikogruppen sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem und Personen, bei denen zeitgleich weitere Infektionen der oberen Luftwege auftreten.

Das Robert Koch-Institut nennt Krebspatienten ganz allgemein als eine von mehreren Risikogruppen für schwere Verläufe einer COVID-19-Erkrankung. Das führt bei vielen von Krebs betroffenen Menschen zu Verunsicherung, insbesondere dann, wenn die Krebserkrankung schon länger zurückliegt.

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) orientiert sich bei der Frage, ob man als Krebspatient ein erhöhtes Risiko hat, an den Erfahrungen mit anderen Virus-Infektionen der oberen Luftwege: Hier werden vor allem Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem und Personen, bei denen zeitgleich weitere Infektionen der oberen Luftwege auftreten, der Risikogruppe zugeordnet. Aus Sicht des Krebsinformationsdienstes widersprechen sich diese Aussagen nicht: Die Stellungnahme der DGHO geht lediglich detaillierter darauf ein, in welchen Situationen Krebspatienten besonders gefährdet sind.

Wichtig zu wissen: Die Experten treffen hier Aussagen, wie wahrscheinlich ein schwerer Krankheitsverlauf in einer bestimmten Gruppe ist. Auch Gesunde können durch eine Infektion mit dem Coronavirus schwer erkranken.


“Ich hatte vor 5 Jahren eine Leukämie mit Chemotherapie, Bestrahlung und Stammzelltransplantation. Muss ich jetzt speziell auf das Coronavirus achten?”
In diesem Fall liegt die Behandlung schon eine Weile zurück. Entscheidend für die Zuordnung von Krebspatientinnen und -patienten zur Risikogruppe ist, ob Ihr Immunsystem aktuell geschwächt ist.
Wichtig zu wissen: Zu einer Risikogruppe gehören Sie beispielsweise,
• wenn Sie aktuell an einer Leukämie der einem Lymphom erkrankt sind
• wenn bei Ihnen die Zahl der weißen Blutkörperchen erniedrigt ist
• wenn bei Ihnen die Immunglobulinwerte erniedrigt sind
• wenn Sie dauerhaft Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems erhalten.


“Meine 73-jährige Mutter hat Brustkrebs und wird gerade mit Chemotherapie behandelt. Darf sie weiterhin soziale Kontakte pflegen?”
Es kann sein, dass bei Krebspatienten mehrere Risikofaktoren zusammenkommen: Beispielsweise ein höheres Lebensalter (über 60 Jahre) und ein geschwächtes Immunsystem. Sie gehören zu den Risikopersonen und sollten ihre direkten sozialen Kontakte auf das Nötigste reduzieren. Wenn Sie an Krebs erkrankt sind und aktuell unter einer Chemotherapie stehen, sollten Sie soziale Kontakte meiden und auf Telefongespräche oder neue Medien wie Messaging-Dienste zurückgreifen, um mit Ihrem Umfeld im Austausch zu bleiben.
• Bitten Sie Angehörige Ihre Versorgung nach Möglichkeit zu übernehmen, so dass Sie zum Beispiel nicht einkaufen gehen müssen.
Wichtig zu wissen: Experten empfehlen auch gesunden jungen Menschen, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt und Risikopersonen wie Krebspatienten können geschützt werden.


“Ich bin an einem follikulären Non Hodgkin Lymphom erkrankt und erhalte seit Februar 2019 bis November 2021 eine Antikörpertherapie. Gehöre ich zur Risikogruppe?”
Lymphom-Patienten, bei denen das Immunsystem geschwächt ist, haben ein erhöhtes Risiko, bei einer Infektion mit SARS-CoV2 schwer zu erkranken.
Wichtig:
• Wenn Sie ein Lymphom haben und folgende Behandlungen erhalten, kann Ihr Immunsystem geschwächt sein: eine Chemotherapie, eine Behandlung mit hochdosiertem Kortison oder auch eine Antikörpertherapie.
Bitte beachten Sie die oben genannten Verhaltens- und Hygieneregeln.


“Ich bin 56 Jahre alt und hatte bis 08/2019 eine Brustkrebstherapie mit Bestrahlung. Habe ich damit ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Ansteckung mit dem Coronavirus?”
In diesem Fall ist die Behandlung der Krebserkrankung bereits abgeschlossen. Wichtigstes Merkmal für die Zuordnung von Krebspatientinnen und -patienten zur Risikogruppe für eine Erkrankung an COVID-19 ist, ob ihr Immunsystem aktuell geschwächt ist. Dies kann beispielsweise der Fall sein,
• wenn die Zahl der weißen Blutkörperchen erniedrigt ist
• wenn die Immunglobulinwerte niedrig sind.
Mehr wissen: Liegt die Krebstherapie erst seit kurzem zurück, stellt sich für viele die Frage, ob das Abwehrsystem bereits wieder so regeneriert ist, dass keine erhöhte Infektanfälligkeit mehr besteht. Das pauschal zu beantworten ist jedoch schwierig. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Untergruppen von Abwehrzellen möglicherweise länger brauchen, bis sie sich komplett erholt haben.
• Was das für die allgemeine Infektabwehr und für COVID-19 im Speziellen bedeutet, ist unter Experten noch nicht sicher geklärt.


“Mein Mann ist an Prostatakrebs erkrankt und hatte Kontakt zu einem Kollegen, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Soll er jetzt lieber zuhause bleiben? Bis jetzt hat er keine Symptome.”
Alle Menschen, die Kontakt zu einer nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Person gehabt haben, sollten sich in häusliche Quarantänebegeben und 14 Tage zuhause bleiben – unabhängig davon ob gesund oder an Krebs erkrankt.
Wichtig: Wenn Sie Kontakt mit einem am Coronavirus Erkrankten hatten, nehmen Sie Kontakt zu den behandelnden Ärzten auf.
Dabei sollten Sie klären, wie die Krebstherapie in diesem Fall weitergeführt werden kann. Außerdem sollten Sie besprechen, wie Sie sich beim Auftreten von Beschwerden verhalten sollen und wohin Sie sich dann wenden können.

Soll ich meine Strahlentherapie wegen der Corona-Pandemie verschieben oder abbrechen?

Eine Strahlentherapie sollte nach Möglichkeit auch während der COVID-19-Pandemie nicht aufgeschoben oder unterbrochen werden. Darauf weisen die Arbeitsgemeinschaft Radiologische Onkologie (ARO) und die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) in einer aktuellen Stellungnahme hin.


“Ich bin Brustkrebs-Patientin und habe gerade die 5. von insgesamt 28 Bestrahlungen bekommen. Was passiert, wenn ich wegen Corona (Quarantäne oder Schließung der Strahlentherapie-Einheit) die nächsten Bestrahlungen nicht bekommen kann? Ich habe große Angst, dass es mir schadet.”
Bei Erkrankungen wie Brustkrebs setzen Ärzte die Strahlentherapie oft in heilender Absicht ein (kurative Therapie).
Strahlentherapieeinrichtungen sollen kurative Therapien auch bei Engpässen wie etwa aufgrund von Corona-bedingtem Personalmangel und Quarantänemaßnahmen möglichst komplett und ohne Unterbrechung durchführen. So lautet eine Empfehlung der ARO und DEGRO, in Übereinstimmung mit Notfallkonzepten der Strahlenschutzkommission.
Sind größere Einschränkungen beim Behandlungsbetrieb zu erwarten, sollen Strahlentherapieeinrichtungen individuell entscheiden, wie sie weiter vorgehen. Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise:
• Behandlungen gutartiger Erkrankungen aufzuschieben,
• Nachsorge-Untersuchungen zu verschieben
• und patientenabhängig zu entscheiden, ob eine Strahlentherapie ohne Risiko verschoben werden kann.

Infizieren Sie sich als Krebspatienten selbst mit dem Corona-Virus:

Dann werden Ihre behandelnden Ärzte individuell entscheiden, ob die Strahlentherapie durchgeführt werden kann oder nicht. Dabei beziehen sie auch die zuständige Hygienekommission ein. Ausschlaggebend ist für Ihre Ärzte in einer solchen Situation Ihr Allgemeinzustand und Ihre Gesamtsituation. Dazu gehört beispielsweise, ob bei Ihnen die Strahlentherapie das Ziel der Heilung hat.

Ich habe oder hatte Krebs. Muss ich zur Arbeit gehen?

Informationen und aktuelle Entwicklungen zu denarbeitsrechtlichen Auswirkungen des Coronavirus sind auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales   < zusammengestellt.


“Ich habe Darmkrebs und bekomme eine Chemotherapie in Tablettenform. Dabei geht es mir erstaunlich gut. Soll ich die tägliche Arbeit von 5 Stunden im Betrieb aufgrund des Coronavirus einstellen?”
Die derzeitige Erkrankungswelle mit COVID-19 berechtigt Arbeitnehmer nicht automatisch, ihrer Arbeit fernzubleiben. Das gilt auch für Krebspatientinnen und Krebspatienten unter ambulanter Krebstherapie, die aktuell arbeiten gehen.

• Wenn es Ihnen nicht gut geht, können Sie das Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt suchen. Er kann dann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (“Krankmeldung”) ausstellen.
• Wenn es Ihnen gut geht, Sie aber als Krebspatient die Ansteckung fürchten, können Sie mit ihrem Arbeitgeber versuchen alternative Lösungen zu finden: Dazu gehören beispielsweise Homeoffice, kreative Arbeitszeitmodelle, Nutzung von Urlaub und Arbeitszeitkonten.


“Ich bin 44 Jahre alt und nehme nach meiner Brustkrebstherapie 2018 mit OP und Bestrahlung Tamoxifen ein. Die Coronavirus-Verbreitung macht mich unsicher. Habe ich ein Recht auf Homeoffice?”
Ein gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice (Telearbeit) besteht derzeit nicht. Krebspatientinnen und -patienten können klären, ob es bei Ihrem Arbeitgeber eine Betriebsvereinbarung zum Homeoffice gibt oder ein bestehender Tarifvertrag dazu Regelungen enthält.
Wichtig: Entscheidend ist, dass Sie mit Ihrem Arbeitgeber das Gespräch suchen und die Möglichkeiten für Homeoffice mit ihm klären.
Auch die Politik hat die Arbeitgeber in der aktuellen Situation aufgefordert, vermehrt die Möglichkeiten des Homeoffice zu nutzen.

Sollte ich mich als Krebspatient gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen?

Zusätzliche Infektionen können den Verlauf einer Coronavirus-Erkrankung entscheidend beeinflussen. Auch wenn eine Pneumokokken- oder Influenza-Impfungen nicht vor COVID-19 schützt, können solche Impfungen Komplikationen wie Lungenentzündungen vermeiden, die eine Versorgung auf einer Intensivstation notwendig machen könnten.
Influenza: Generell empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Grippeimpfung für alle Personen über 60 Jahre und für Risikogruppen, zu denen auch Krebspatienten gehören können.
• Ob eine Impfung gegen Influenza sinnvoll ist, hängt auch vom Zeitpunkt ab: Um rechtzeitig geschützt zu sein, ist empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Eine Impfung kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt noch sinnvoll sein – abhängig vom Verlauf der Grippewelle.
Pneumokokken: Die STIKO empfiehlt ganz allgemein für Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist aber darauf hin, dass Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland aktuell nur sehr eingeschränkt verfügbar sind. Daher rät das RKI den Ärzten zurzeit vor allem Personen zu impfen, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben. Dazu gehören: Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren Personen mit Immunschwäche, Senioren ab 70 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen, etwa COPD und Asthma.

Wichtiges zur Influenza-Impfung
Nach der Impfung gegen Influenza dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. In Kalenderwoche 10 stieg die Influenza-Aktivität noch. Ob eine Impfung noch sinnvoll ist, sollten Betroffene individuell mit ihrem Arzt klären.


“Ich hatte 2017 Brustkrebs und frage mich, ob ich mich angesichts der Corona-Epidemie noch gegen Grippe impfen lassen soll?”
Liegt die Krebserkrankung und deren Behandlung schon einige Jahre zurück, ist für die Frage nach der Grippe-Impfung wichtig, ob das Immunsystem aktuell noch geschwächt ist. Wenn das Immunsystem nicht geschwächt ist: Dann ist entscheidend, ob – unabhängig von der Krebserkrankung – weitere von der Ständigen Impfkommission (STIKO) genannten Risikofaktoren vorliegen, die eine Grippeimpfung ratsam erscheinen lassen.


“Meine 65-jährige Mutter hat Brustkrebs und wird gerade mit Chemotherapie behandelt. Soll sie sich jetzt noch gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen?”
Für Krebspatientinnen und Krebspatienten sind die Pneumokokken-Impfung und die Grippe-Impfung empfohlen, wenn das Immunsystem geschwächt ist – sei es durch die Erkrankung selbst oder durch Medikamente wie hochdosiertes Kortison oder eine Chemotherapie.
Bei der Pneumokokken-Impfung ist möglicherweise auch das Alter ausschlaggebend: Ärzte sollen derzeit vor allem Personen über 70 gegen Pneumokokken impfen.
• Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob er Ihnen zu einer dieser Impfungen rät.

Wie kann ich mich als Krebspatient vor einer Corona-Infektion schützen?

Auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) < können sich Bürgerinnen und Bürger informieren, wie man sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen kann. Die dort empfohlenen Verhaltensmaßnahmen gelten unabhängig davon, ob man gesund oder krank ist.
Für Krebspatientinnen und Krebspatienten sind Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus auch noch einmal in der Nachricht “Coronavirus: Was Krebspatienten beachten sollten” zusammengefasst.

Eine schützende Impfung gegen das Virus SARS-CoV-2 gibt es bislang nicht.


“Bei mir steht in Kürze eine ambulante Radio-Chemotherapie wegen eines Rektumkarzinoms an. Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?”
Steht eine Krebstherapie bevor, ist es besonders wichtig, die von der BZgA empfohlenen Verhaltens- und Hygieneregeln einzuhalten. Das gilt insbesondere dann, wenn man eine Krebstherapie erhält, die das Immunsystem schwächt, etwa eine Radio-Chemotherapie. Genauere Auskunft kann dazu der behandelnde Arzt geben.
Genauso wichtig: Machen Sie in einer solchen Situation auch ihre Angehörigen auf die empfohlenen Schutzmaßnahmen aufmerksam und bitten Sie sie um ihre Unterstützung.
Wichtig: Nach wie vor sind die wichtigsten empfohlen Schutz-Maßnahmen gründliches Händewaschen mit Seife (30 Sekunden), soziale Kontakte reduzieren und Abstand zu anderen Personen halten.


“Wo kann ich eine Schutzmaske bekommen? Ich hatte vor 2 Jahren an Brustkrebs erkrankt und die Apotheken haben keine Masken mehr.”
Bisher ist nicht erwiesen, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit wirksam vor einer Infektion mit dem Corona-Virus schützt.
Es kann sogar sein, dass das Tragen einer Atemschutzmaske in Situationen, in denen dies nicht empfohlen ist, ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt: Das könnte dazu führen, dass wichtige Empfehlungen vernachlässigt werden wie etwa die Verringerung von persönlichen Kontakten und eine gute Handhygiene.


“Meine Mutter hat 2019 ihre Brustkrebstherapie bekommen und erhält aktuell alle drei Wochen den Antikörper Bevacizumab. Was kann sie neben den schon getroffenen Schutzmaßnahmen (Händewaschen etc.) noch tun?”
Außer, die von Experten empfohlene Handhygiene einzuhalten und Menschenansammlungen sowie den Kontakt zu Erkrankten zu vermeiden, können Krebspatient nicht viel mehr zum Schutz vor COVID-19 tun. Es gibt kein von Experten empfohlenes Mittel, dass man zu Schutz gegen den Corona-Virus einnehmen könnte.
Wichtig: Experten warnen aktuell vor Falschmeldungen, sogenannten Fake-News im Internet: Insbesondere in den sozialen Medien aber auch auf anderen Internetseiten verbreiten sich Gerüchte über Medikamente und Substanzen, die angeblich vor dem Coronavirus schützen sollen.
• Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust und ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein. Das gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate.
• Viele dieser Substanzen können zu Wechselwirkungen mit der Krebstherapie führen und dadurch den Therapieerfolg gefährden oder Nebenwirkungen der Behandlung verstärken.

Darf ich während der Corona-Pandemie noch auf Feiern gehen oder eine Feier ausrichten?

Ganz allgemein und unabhängig von einer Krebserkrankung bittet die Bundesregierung darum, größere private Feiern zu verschieben. Insbesondere dann, wenn viele Menschen zusammenkommen.


“Mein 69-jähriger Mann ist an Darmkrebs erkrankt. Zu seinem 70-jährigen Geburtstag haben wir eine Geburtstagsfeier mit 50 Personen geplant, auf die er sich riesig freut. Wie hoch ist das Risiko? Würden Sie empfehlen, die Feier abzusagen?”
Insbesondere Krebspatienten, die aktuell unter einer immunschwächenden Krebstherapie stehen, sind durch das SARS-CoV-2-Virus gefährdet. Eine Feier mit 50 Gästen ist in der aktuellen Situation nicht mehr empfehlenswert.
Außerdem gilt: Selbst, wenn die Krebstherapie schon so lange zurückliegt, dass sich das Immunsystem wieder erholt hat – Feiern mit einer größeren Zahl von Gästen sollten Sie generell überdenken. Denn: Alle Bürgerinnen und Bürger sollten aktuell, möglichst zu Hause bleiben und für feierliche Anlässe typische Berührungen wie Händeschütteln oder Umarmungen vermeiden.


“Meine 42-jährige Freundin ist an Brustkrebs erkrankt und bekommt gerade eine Chemo. Sie möchte mich und drei Freundinnen zu sich nach Hause einladen, um im kleinen Kreis zu feiern. Ich habe allerdings Bedenken bezüglich einer Ansteckung? Sind meine Bedenken da richtig?”
• Egal ob gesund oder krebskrank – die derzeitigen Vorgaben der Bundesregierung zur Beschränkung sozialer Kontakte sind eindeutig und erlauben selbst Feiern im kleinen Kreis nicht mehr. Ausnahmen gelten für Personen, die im selben Haushalt wohnen: Alle sollen die Kontakte zu anderen Menschen – außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushalts – auf ein absolut notwendiges Minimum reduzieren.
• Explizit weist die Bundesregierung darauf hin, dass Gruppen feiernder Menschen auch in Wohnungen und privaten Einrichtungen inakzeptabel sind.

Quelle: © 2020 Krebsinformationsdienst

Ist das Coronavirus über eine Bluttransfusion oder eine Stammzelltransplantation übertragbar?

Derzeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass das Coronavirus durch Blut oder Blutbestandteile übertragbar ist. Dazu gehören unter anderem rote Blutkörperchen, Blutplättchen, Blutplasma oder auch Blutstammzellen. Diese Blutprodukte erhalten auch viele Krebspatientinnen und Krebspatienten im Rahmen ihrer Behandlung. Blut- und Plasmaspenden sind in den vergangenen Wochen der Coronavirus-Pandemie jedoch zurückgegangen. Da kontinuierliche Spenden wichtig sind, damit Patientinnen und Patienten auch künftig gut versorgt werden können, rufen Experten gesunde Spender dazu auf, Blutspendetermine weiterhin wahrzunehmen. Spenderinnen und Spender haben während der Blutspende in der Regel kein erhöhtes Ansteckungsrisiko für das Coronavirus – Hygienestandards in Blutspendeeinrichtungen stellen dies sicher. Mehr zum Aufruf zur Blutspende und zu den Sicherheitsstandards lesen Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts.


“Mein Vater hat Blutkrebs und soll eine Stammzelltransplantation erhalten. Was passiert, wenn der Spender unerkannt mit dem Coronavirus infiziert war?”

Es besteht derzeit kein Anhalt dafür, sich durch Blutspenden mit dem Coronavirus anzustecken. Generell gilt: Spenderinnen und Spender werden stets zu ihrem Gesundheitszustand befragt und überprüft. Personen mit Anzeichen einer Infektion dürfen prinzipiell kein Blut spenden. Darüber hinaus gibt es derzeit klare Vorgaben für Blutspender, die Kontakt mit Coronainfizierten hatten oder selbst erkrankt sind. Sie können für einen festgelegten Zeitraum kein Blut bzw. keine Blutprodukte spenden.

Eine weitere Vorsichtsmaßnahme: Stammzellspenden werden derzeit nicht sofort an den Empfänger weitergegeben, sondern zwischengelagert. So kann zusätzlich sichergestellt werden, dass die Spende nur dann verwendet wird, wenn beim Spender in den Tagen nach der Spende keine Anzeichen auf eine Coronavirus-Infektion auftreten.

Institute und Bundeszentrale rufen auf: Bürgerinnen und Bürger, die sich gesund und fit fühlen, können und sollen mit entsprechenden Vorkehrungen trotz der beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weiter zur Blut- oder Plasmaspende gehen.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de

Muss ich wegen der Corona-Pandemie meine Anschlussheilbehandlung und Reha verschieben?

“Wie sieht das mit den Rehabilitationsmaßnahmen aus? Ich würde am demnächst auf Anschlussheilrehabilitation gehen und weiß nicht was ich machen soll. Ich bin 20 Jahre und habe ein Hodgkin-Lymphom”

Wichtig: Wenn Krankenkassen Patientinnen und Patienten auffordern, einen Reha-Antrag zu stellen, müssen sie diesen grundsätzlich auch während der Corona-Pandemie stellen. Andernfalls könnte der Anspruch auf Krankengeld entfallen. Lassen Sie sich jedoch unbedingt vorab beraten: Anlaufstellen für sozialrechtliche Beratungen finden Sie unter >”Sozialrecht und Krebs: Wer ist wofür zuständig?<. Die Maßnahmen zu Anschlussheilbehandlung (AHB) finden derzeit (Stand 27.3.2020) weiter statt. Zu bedenken ist hier, dass sich die Situation aufgrund der Corona-Pandemie jederzeit ändern kann. Anschlussheilbehandlungen müssen, außer bei Bestrahlungen, unmittelbar im Anschluss an einen Klinikaufenthalt erfolgen. Deshalb können sie nicht verschoben werden. Die Patientinnen und Patienten haben jedoch auch später die Möglichkeit eine onkologische Rehabilitation zu beantragen.

Onkologische und medizinische Reha: Die Reha-Kliniken nehmen seit dem 18.03.2020 für 10 Tage keine Patientinnen und Patienten mehr auf. Über die weitere Entwicklung ab dem 28.03.2020 ist aktuell keine Aussage möglich.

Patientinnen und Patienten sind nicht verpflichtet eine Rehabilitationsmaßnahme anzutreten: Sie können sich in diesem Fall mit ihrem Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen und einen Antrag auf Verschiebung der Reha stellen. Die Verschiebung des Reha-Beginns ist in Folge der Corona-Pandemie für bis zu 9 Monate möglich.

Wenn Patientinnen oder Patienten vorzeitig aus der Reha abreisen, sollten sie beachten, dass der Rentenversicherungsträger das Übergangsgeld nicht weiterbezahlt. Patientinnen und Patienten müssen sich dann mit dem Leistungsträger in Verbindung setzen, von dem sie vor der Reha Leistungen bezogen haben: zum Beispiel Krankengeld von der Krankenkasse, Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur, Arbeitslosengeld II vom JobCenter.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de